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Certified Tester
Foundation Level Syllabus
(Deutschsprachige Ausgabe)
Version 2011
Seite 71/84
1.8.2011
© International Software Testing Qualifications Board
[Hetzel, 1988] Hetzel, W. (1988) Complete Guide to Software Testing, QED: Wellesley, MA
siehe Kapitel 1.3, 1.4, 1.5, 2.1, 2.2, 2.3, 2.4, 4.1, 5.1, 5.3
[Kaner, 2002] Kaner, C., Bach, J. und Pettticord, B. (2002) Lessons Learned in Software Testing:
A Context-Driven Approach: John Wiley & Sons Inc.: New York
siehe Kapitel 1.1, 4.5, 5.2
[Liggesmeyer, 2009] Liggesmeyer, P. (2009) Software-Qualität, Spektrum-Verlag: Heidelberg, Berlin,
[Linz, 2010] Linz, T und Spillner, A. (2010) Basiswissen Softwaretest, Aus- und Weiterbildung zum
Certified Tester Foundation Level nach ISTQB
®
-Standard, 4., überarbeitete und aktualisierte Auflage,
dpunkt.Verlag: Heidelberg
Bildet den Inhalt des deutschsprachigen Lehrplans vollständig ab.
[Myers 2001] Myers, Glenford J. (2001) Methodisches Testen von Programmen, Oldenbourg Verlag:
München, Wien
siehe Kapitel 1.2, 1.3, 2.2, 4.3
[van Veenendaal, 2004] van Veenendaal, E. (ed.) (2004) The Testing Practitioner (Chapters 6, 8, 10),
UTN Publishers: CN Den Bosch
siehe Kapitel 3.2, 3.3

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8 Anhang A – Hintergrundinformation zum Lehrplan
Zur Geschichte dieses Dokuments
Dieses Dokument wurde in den Jahren 2004 bis 2011 durch eine Arbeitsgruppe, deren Mitglieder
durch das International Software Testing Qualifications Board (ISTQB
®
) benannt wurden, erstellt. Es
wurde dann durch ein ausgewähltes Reviewteam und anschließend durch Repräsentanten der inter-
nationalen Softwaretestwelt geprüft. Die Regeln, welche der Erstellung dieses Dokuments zu Grunde
lagen, sind in Anhang C aufgeführt.
Dieses Dokument stellt den Lehrplan für das internationale Basiszertifikat für Softwaretesten dar, die
erste Ausbildungs- und Qualifizierungsstufe des ISTQB
®
(
www.istqb.org
).
Ziele der Basiszertifikat-Qualifizierung
•
Anerkennung des Testens als einer essentiellen und professionellen Software-Engineering-
Disziplin
•
Darstellung eines Standardrahmens für die Laufbahn von Softwaretestern
•
Verbesserung der Anerkennung von professionellen und qualifizierten Testern sowie deren
Stellenprofil durch Arbeitgeber, Kunden, Berufskollegen
•
Förderung konsistenter und praxisgerechter Vorgehensweisen in allen Software-Engineering-
Disziplinen
•
Erkennen von Themen des Testens, die für die Industrie relevant und wertvoll sind
•
Softwarelieferanten zu befähigen, zertifizierte Tester anzustellen und mit dem Darstellen die-
ser Beschäftigungspolitik einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen
•
Schaffen einer Möglichkeit für Tester und am Testen Interessierten, eine international aner-
kannte Qualifizierung zu erlangen
Zielsetzungen einer internationalen Qualifizierung (angepasst vom
ISTQB
®
Meeting in Sollentuna, November 2001)
•
Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich Softwaretesten länderübergreifend vergleichen zu
können
•
Tester zu befähigen, über die Landesgrenzen hinaus einfacher Arbeit zu finden
•
durch ein gemeinsames Verständnis des Testens internationale Projekte zu unterstützen bzw.
zu ermöglichen
•
die Anzahl qualifizierter Tester weltweit zu erhöhen
•
mehr Einfluss/Bedeutung durch ein internationales Vorgehen zu erlangen anstelle einer natio-
naler Strategie
•
ein gemeinsames internationales Verständnis und Wissen über das Testen durch einen Lehr-
plan und ein Glossar zu entwickeln, und so das Wissen über das Testen bei allen Beteiligten
zu erhöhen
•
Testen als Beruf in weiteren Ländern zu verbreiten
•
Testern zu ermöglichen, dass sie eine international anerkannte Qualifikation in ihrer Mutter-
sprache erlangen
•
Wissens- und Ressourcenaustausch über Ländergrenzen hinweg zu ermöglichen
•
Testern und diesem Ausbildungsgang internationale Anerkennung durch die Beteiligung mög-
lichst vieler Länder zu verschaffen

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Voraussetzungen für die Basisstufe
Voraussetzung für die Prüfung zum ISTQB
®
Basiszertifikat „Softwaretesten“ ist das Interesse der
Kandidaten am Softwaretesten. Es empfiehlt sich allerdings für die Kandidaten,
•
zumindest ein minimales Hintergrundwissen im Bereich Softwareentwicklung oder Software-
test zu haben (zum Beispiel sechs Monate Erfahrung als System- oder Abnahmetester oder
als Entwickler)
•
oder einen Kurs besucht zu haben, der nach dem ISTQB
®
Standard (durch ein ISTQB
®
-
Mitglieds-Board) akkreditiert ist.
Hintergrund und Geschichte des Basiszertifikats „Softwaretesten“
Die unabhängige Zertifizierung von Softwaretestern begann in Großbritannien mit dem Information
Systems Examination Board (ISEB) der British Computer Society, als 1998 ein Softwaretestgremium
(
www.bcs.org.uk/iseb
) eingerichtet wurde. Im Jahre 2002 begann der ASQF in Deutschland mit einer
deutschen Softwaretesterausbildung (
www.asqf.de
). Dieser Lehrplan basiert auf der Grundlage der
beiden Lehrpläne von ISEB und ASQF; er schließt neu strukturierte, aktualisierte und zusätzliche
Themen mit ein, ausgerichtet auf die möglichst praktische Hilfe für den Tester.
Eine bereits bestehende Basiszertifizierung im Bereich Softwaretesten (von ISEB, ASQF oder einem
anderen von der ISTQB erkannten nationalen Testing Board), welche vor der Einführung der Interna-
tionalen Zertifizierung erreicht wurde, wird als dem internationalen Zertifikat gleichwertig anerkannt.
Das Basiszertifikat besitzt kein Ablaufdatum und muss nicht erneuert werden. Auf dem Zertifikat findet
man das Datum an dem es vergeben wurde.
In jedem teilnehmenden Land werden die lokalen Aspekte durch das jeweilige, vom ISTQB anerkann-
te Software Testing Board kontrolliert. Die Pflichten der nationalen Boards sind durch das ISTQB spe-
zifiziert, müssen jedoch durch die einzelnen Länderorganisationen selbst umgesetzt werden. Dazu
gehören auch die Akkreditierung von Schulungsanbietern und die Durchführung der Prüfungen.

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9 Anhang B – Lernziele/Kognitive Ebenen des Wissens
Die folgende Taxonomie für Lernziele bildet die Grundlage des Lehrplans. Jeder Inhalt wird entspre-
chend den zugeordneten Lernzielen geprüft.
9.1
Taxonomiestufe 1: Kennen (K1)
Der Lernende ruft im Gedächtnis gespeicherte Informationen (z.B. Begriffe, isolierte Fakten, Abfolgen,
Prinzipien, Mittel und Wege) ab. Typische beobachtbare Leistungen sind erkennen, nennen, bezeich-
nen.
Schlüsselworte: sich erinnern, erkennen, wiedergeben, kennen
Beispiel:
Erkennt die Definition von Fehlerwirkung (engl. „Failure“) als
•
„Nicht-Erfüllen einer definierten Leistung gegenüber einem Anwender oder sonstigen
Stakeholder“ oder
•
„die tatsächliche Abweichung einer Komponente oder eines Systems von der erwarteten bzw.
vereinbarten Lieferung, einer Dienstleistung oder einem Ergebnis.“
9.2
Taxonomiestufe 2: Verstehen (K2)
Der Lernende begründet oder erläutert Aussagen zum Thema. Typische beobachtbare Leistungen
sind beschreiben, zusammenfassen, vergleichen, klassifizieren, begründen, erklären, Beispiele für
Testkonzepte nennen.
Schlüsselworte: zusammenfassen, verallgemeinern, abstrahieren, klassifizieren, vergleichen, auf
etwas übertragen, etwas gegenüberstellen, erläutern, interpretieren, übersetzen, darstellen, rück-
schließen, folgern, kategorisieren, Modelle konstruieren, erklären, Beispiele geben, begründen, ver-
stehen
Beispiel:
Beschreibt Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Integration und Systemtest:
•
Gemeinsamkeiten: Mehr als eine Komponente wird getestet und können nicht-funktionale As-
pekte umfassen
•
Unterschiede: Integrationstest konzentriert sich auf Schnittstellen zwischen und Interaktion
von Komponenten; der Systemtest ist auf den Aspekte des ganzen Systems und End-to-End-
Verarbeitung ausgerichtet.
Kann erklären, warum Tests so früh wie möglich entworfen werden sollen:
•
Fehlerzustände finden, wenn die Behebung billiger ist
•
Die wichtigsten Fehlerzustände zuerst finden
9.3
Taxonomiestufe 3: Anwenden (K3)
Der Lernende überträgt erworbenes Wissen auf gegebene neue Situationen oder wendet sie zur
Problemlösung an. Typische beobachtbare Leistungen sind ausführen, anwenden, beurteilen, ermit-
teln, entwerfen, analysieren.

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Schlüsselworte: anwenden, einsetzen, ausführen, nutzen, Verfahren verstehen, Verfahren anwen-
den
Beispiel:
•
identifiziert Grenzwerte für gültige bzw. ungültige Äquivalenzklassen
•
selektiert aus einem Zustandsdiagramm die notwendigen Testfälle zur Überdeckung aller Sta-
tusübergänge
9.4
Taxonomiestufe 4: Analysieren (K4)
Der Lernende kann zum besseren Verständnis die Informationen bezüglich eines Vorgehens oder
Ablaufs in ihre Einzelbestandteile aufschlüsseln und zwischen Sachverhalten und abgeleiteten
Schlussfolgerungen unterscheiden. Typische Anwendungen sind die Analyse eines Dokuments, einer
Software oder Projektsituation und der Vorschlag angemessener Maßnahmen zur Problemlösung.
Schlüsselworte: analysieren, organisieren, Zusammenhänge erkennen, integrieren, kurz skizzieren,
zergliedern, strukturieren, zuordnen, zerlegen, differenzieren, unterschiedlich behandeln, unterschei-
den, fokussieren, auswählen
Beispiel:
•
Analysieren Sie Produktrisiken und schlagen Sie vorbeugende oder korrigierende Maßnah-
men vor.
•
Beschreiben Sie, welche Teile eines Abweichungsberichts einen Sachverhalt darstellen und
bei welchen es sich um Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen handelt.
Referenz
(für die kognitiven Ebenen von Lernzielen)
Anderson, L. W. and Krathwohl, D. R. (eds) (2001) A Taxonomy for Learning, Teaching, and Assess-
ing: A Revision of Bloom's Taxonomy of Educational Objectives, Allyn & Bacon: Columbus, Ohio