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Certified Tester
Foundation Level Syllabus
(Deutschsprachige Ausgabe)
Version 2011
Seite 61/84
1.8.2011
© International Software Testing Qualifications Board
Referenzen
5 Linz, 2010
5.1.1 Black, 2001, Hetzel, 1988
5.1.2 Black, 2001, Hetzel, 1988
5.2.6 Black, 2001, Craig, 2002, IEEE Std 829-1998, Kaner 2002
5.3.3 Black, 2001, Craig, 2002, Hetzel, 1988, IEEE Std 829-1998
5.4 Craig, 2002
5.5.2 Black, 2001, IEEE Std 829-1998
5.6 Black, 2001, IEEE Std 829-1998

Certified Tester
Foundation Level Syllabus
(Deutschsprachige Ausgabe)
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1.8.2011
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6 Testwerkzeuge (K2)
80 Minuten
Lernziele für den Abschnitt Testwerkzeuge
Die Lernziele legen fest, was Sie nach Beenden des jeweiligen Moduls gelernt haben sollten.
6.1 Typen von Testwerkzeugen (K2)
LO-6.1.1 Verschiedene Testwerkzeuge nach ihrem Zweck, den Aktivitäten des fundamentalen Test-
prozesses und dem Softwarelebenszyklus klassifizieren können. (K2)
LO-6.1.3 Den Begriff Testwerkzeug und den Zweck der Werkzeugunterstützung für den Test erklä-
ren können. (K2)
2
6.2 Effektive Anwendung von Werkzeugen: Potenzieller Nutzen und Risiken (K2)
LO-6.2.1 Den möglichen Nutzen und die möglichen Risiken der Werkzeugunterstützung und Testau-
tomatisierung benennen und erklären können. (K2)
LO-6.2.2 Sich an besondere Gesichtspunkte von Testausführungswerkzeugen, statischer Analyse -
und Testmanagementwerkzeugen erinnern können. (K1)
6.3 Einführung von Testwerkzeugen in eine Organisation (K1)
LO-6.3.1 Die wichtigsten Schritte bei einer Werkzeugeinführung in einer Organisation nennen kön-
nen. (K1)
LO-6.3.2 Die Ziele einer Vorstudie zur Werkzeugevaluierung und einer Pilotphase zur Werkzeugim-
plementierung benennen können. (K1)
LO-6.3.3 Die wichtigsten Schritte einer erfolgreichen Werkzeugeinführung kennen und wissen, dass
es nicht ausreicht, lediglich ein Werkzeug zu kaufen. (K1)
2
LO-6.1.2 wurde absichtlich übersprungen

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6.1 Typen von Testwerkzeugen (K2)
45 Minuten
Begriffe
Analysewerkzeug, Anforderungsmanagementwerkzeug, Debugger, dynamisches Analysewerkzeug,
Fehler- und Abweichungsmanagementwerkzeug, Komparator, Komponententestrahmen, Konfigura-
tionsmanagementwerkzeug, Lasttestwerkzeug, Modellierungswerkzeug, Performanztestwerkzeug,
Sicherheitsprüfwerkzeug, Stresstestwerkzeug, Testausführungswerkzeug, Testdatengenerator, Test-
entwurfswerkzeug, Testmanagementwerkzeug, Testmonitor, Testrahmen, Überdeckungsanalysator,
Werkzeugunterstützung für den Reviewprozess
6.1.1
Werkzeugunterstützung für das Testen (K2)
Testwerkzeuge können eine oder mehrere Aktivitäten des Testens unterstützen. Hierzu gehören:
1. Werkzeuge, die direkt beim Testen eingesetzt werden, wie Testdurchführungswerkzeuge,
Testdatengeneratoren und Ergebniskomparatoren
2. Werkzeuge, die das Management des Testprozesses unterstützen, wie Werkzeuge für das
Management von Tests, Testergebnissen, Daten, Anforderungen, Abweichungen, Fehlerzu-
ständen usw., sowie Werkzeuge für das Berichtswesen und zur Überwachung der Testdurch-
führung
3. Werkzeuge, die zu Untersuchungszwecken eingesetzt werden (z.B. Werkzeuge, die Dateiak-
tivitäten einer Anwendung überwachen).
4. alle Werkzeuge, die das Testen unterstützen (auch ein Tabellenkalkulationsprogramm gilt in
dieser Hinsicht als Testwerkzeug)
Die Werkzeugunterstützung für den Test/das Testen kann je nach Kontext einem oder mehreren Zwe-
cken dienen:
•
Steigerung der Effizienz der Testaktivitäten durch eine Automatisierung sich wiederholender
Testaufgaben oder durch die Unterstützung manueller Testaktivitäten, wie Testplanung, Test-
entwurf, Testberichts- und Überwachungsaufgaben
•
Automatisierung von Testaktivitäten, für deren manuelle Durchführung erhebliche Ressourcen
notwendig wären (z.B. statisches Testen)
•
Automatisierung von Testaktivitäten, die manuell nicht durchgeführt werden können (z.B.
Performanztests von Client-Server-Anwendungen in größerem Umfang)
•
Steigerung der Zuverlässigkeit des Testens (z.B. durch automatisierten Vergleich großer Da-
tenmengen oder durch simuliertes Verhalten)
Auch der Begriff „Testframework” wird häufig in der Industrie verwendet, und zwar mit mindestens drei
Bedeutungen:
•
wiederverwendbare und erweiterbare Testbibliotheken, die zum Erstellen von Testwerkzeu-
gen dienen können (auch als Testrahmen bezeichnet)
•
Art des Entwurfs der Testautomatisierung (z.B. datengetrieben, schlüsselwortgetrieben)
•
der gesamte Prozess der Testdurchführung
In diesem Lehrplan wird der Begriff „Testrahmen” in den beiden erstgenannten Bedeutungen verwen-
det, wie in Abschnitt 6.1.6 beschrieben.
6.1.2 Klassifizierung von Testwerkzeugen (K2)
Es existieren Testwerkzeuge, die verschiedene Aspekte des Testens unterstützen. Werkzeuge kön-
nen nach verschiedenen Kriterien klassifiziert werden:
•
Zweck
•
kommerziell/kostenlos/Open-Source/Shareware
•
verwendete Technologie etc.

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In diesem Lehrplan werden Testwerkzeuge danach klassifiziert, welche Aktivitäten des Testens sie
unterstützen.
Einige Testwerkzeuge unterstützen lediglich eine Testaktivität; andere können mehreren Testaktivitä-
ten zugeordnet werden, wobei sich die Klassifizierung an der nahe liegendsten Verwendung orientiert.
Werkzeuge eines einzelnen Anbieters, besonders solche, die dazu vorgesehen sind, gemeinsam ein-
gesetzt zu werden und die untereinander Schnittstellen haben, können als eine Einheit betrachtet
werden.
Einige Testwerkzeuge werden als intrusiv bezeichnet; d.h. sie können das Verhalten des Testobjekts
beeinflussen. Zum Beispiel kann das tatsächliche Zeitverhalten durch zusätzliche Befehle, die durch
das Werkzeug ausgeführt werden, unterschiedlich sein oder es kann ein unterschiedlicher Überde-
ckungsgrad gemessen werden. Ein solches intrusives Verhalten eines Testwerkzeugs wird auch als
„Untersuchungseffekt“ bezeichnet.
Einige der existierenden Werkzeuge sind insbesondere für Entwickler zur Unterstützung des Kompo-
nententests und des Komponentenintegrationstests geeignet. Solche Werkzeuge werden im Folgen-
den mit „(E)” gekennzeichnet.
6.1.3 Werkzeugunterstützung für das Management des Testens (K1)
Managementwerkzeuge können für sämtliche Testaktivitäten über den gesamten Softwarelebenszyk-
lus verwendet werden.
Testmanagementwerkzeuge
Diese Werkzeuge bieten Schnittstellen für die Testdurchführung, das Verfolgen von Fehlerzuständen
und das Verwalten von Anforderungen zusammen mit der Unterstützung von quantitativen Analysen
und dem Berichten über Testobjekte. Sie unterstützen auch das Nachverfolgen der Testobjekte zu
den Anforderungsspezifikationen und können unabhängige Möglichkeiten zur Versionskontrolle oder
eine Schnittstelle zu einem entsprechenden externen Werkzeug aufweisen.
Anforderungsmanagementwerkzeuge
Diese Werkzeuge verwalten Anforderungsbeschreibungen, speichern die Merkmale der Anforderun-
gen (einschließlich Priorität), liefern eindeutige Bezeichnungen und unterstützen die Nachverfolgung
der Anforderungen bis zu einzelnen Tests. Diese Werkzeuge können auch bei der Identifizierung in-
konsistenter oder fehlender Anforderungen helfen.
Fehler- und Abweichungsmanagementwerkzeuge
Diese Werkzeuge speichern und verwalten Fehler- und Abweichungsberichte, d.h. Fehlerzustände,
Änderungsanforderungen (change requests), Fehlerwirkungen oder wahrgenommene Probleme und
Anomalien. Sie unterstützen die Verwaltung des Lebenszyklus von Abweichungen, optional auch mit
statistischen Analysen.
Konfigurationsmanagementwerkzeuge
Obwohl sie im engeren Sinne keine Testwerkzeuge sind, sind sie für Ablage und Versionsmanage-
ment von Testmitteln und damit im Zusammenhang stehender Software nötig, insbesondere wenn
mehr als eine Hardware-/Softwareumgebung mit verschiedenen Betriebssystemversionen, Compilern,
Browsern etc. zu konfigurieren ist.

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6.1.4 Werkzeugunterstützung für den statischen Test (K1)
Werkzeuge für statische Tests liefern einen kostengünstigen Weg, um mehr Fehlerzustände in frühe-
ren Phasen des Entwicklungsprozesses zu finden.
Reviewwerkzeuge
Diese Werkzeuge helfen mit Prozessen, Checklisten und Regeln beim Review und werden zur Ablage
und Kommunikation von Reviewkommentaren und Berichten zu Fehlerzuständen und Aufwand ver-
wendet. Darüber hinaus können diese Werkzeuge bei verteilten Reviews (online reviews) unterstüt-
zen, insbesondere bei großen Teams oder wenn die Mitglieder des Reviewteams geographisch ver-
teilt sind.
Statische Analysewerkzeuge (E)
Diese Werkzeuge unterstützen Entwickler und Tester in der Aufdeckung von Fehlerzuständen vor
dem dynamischen Testen, indem sie Programmierkonventionen einschließlich sicherer Programmie-
rung (secure coding) erzwingen und die Analyse von Strukturen und Abhängigkeiten ermöglichen. Sie
können ebenso bei der Planung oder Risikoanalyse helfen, indem sie Metriken (z.B. Komplexität) aus
dem Code ermitteln.
Modellierungswerkzeuge (E)
Diese Werkzeuge werden verwendet, um Softwaremodelle zu validieren (z.B. physikalische Daten-
modelle, PDM, für relationale Datenbanken). Sie zeigen Inkonsistenzen auf und finden Fehlerzustän-
de und werden oft genutzt, um das Generieren von auf dem Modell basierenden Testfällen zu unter-
stützen.
6.1.5 Werkzeugunterstützung für die Testspezifikation (K1)
Testentwurfswerkzeuge
Diese Werkzeuge werden verwendet, um Testeingaben, ausführbare Tests und/oder Testorakel aus
den Anforderungen, der graphischen Benutzungsschnittstelle (GUI), dem Entwurfsmodell (Zustands-,
Daten- oder Objektmodell) oder aus dem Code zu generieren.
Testdatengeneratoren und -editoren
Mit Hilfe von Testdatengeneratoren und -editoren können aus Datenbanken, Dateien oder Datenströ-
men zunächst Testdaten ermittelt und dann sämtliche für einen Test benötigte Testdaten bearbeitet
werden, um den Datenschutz durch Anonymisierung sicherzustellen.
6.1.6 Werkzeugunterstützung für die Testdurchführung und die Protokollierung (K1)
Testausführungswerkzeuge
Diese Werkzeuge ermöglichen eine automatische oder halbautomatische Ausführung von Tests unter
Verwendung der gespeicherten Eingaben und der erwarteten Ausgaben mittels einer Skriptsprache.
Normalerweise liefern sie für jeden Testlauf ein Protokoll. Sie können auch genutzt werden, um Tests
aufzuzeichnen, und üblicherweise unterstützen sie Skriptsprachen oder eine GUI-basierte Konfigurati-
on zur Parametrisierung der Daten oder für andere spezifische Anpassungen.
Testrahmen/Komponententestrahmen (E)
Ein Komponententestrahmen oder Testrahmen erleichtert den Test einer Komponente oder eines
Teilsystems durch Simulation der Umgebung des Testobjekts, durch Scheinobjekte (Simulatoren) als
Platzhalter und/oder Treiber.