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Certified Tester 

Foundation Level Syllabus 
(Deutschsprachige Ausgabe) 
 

Version 2011  

Seite 46/84 

1.8.2011 

© International Software Testing Qualifications Board 

4.5  Erfahrungsbasierte Verfahren (K2)  

30 Minuten 

Begriffe 
Exploratives Testen, (Fehler-)Angriff   
 
Hintergrund 

Erfahrungsbasiertes Testen bezeichnet Tests, die durch das Können und die Intuition des Testers und 
aus seiner  Erfahrung  mit ähnlichen  Applikationen  und  Technologien abgeleitet werden. Wenn es  zur 
Unterstützung systematischer Verfahren eingesetzt wird, kann dieses Verfahren zur Ermittlung spezi-
eller  Tests  nützlich  sein,  die  von  formalen  Verfahren  nicht  leicht  erfasst werden,  insbesondere  wenn 
erfahrungsbasiertes Testen  nach den formaleren Ansätzen eingesetzt wird. Abhängig  von der Erfah-
rung des Testers kann die Wirksamkeit dieses Verfahrens sehr stark variieren.  

Ein  weit  verbreitetes  erfahrungsbasiertes  Testverfahren  ist  die  intuitive  Testfallermittlung  (error 
guessing).  Gewöhnlich  sehen  Tester  Fehler  auf  Grund  ihrer  Erfahrung  voraus.  Eine  strukturierte 
Herangehensweise an das Verfahren der intuitiven Testfallermittlung ist es, eine Liste möglicher Feh-
lerzustände  zu  erstellen,  und  dann  Testfälle  zu  entwerfen,  die  auf  diese  Fehlerzustände  abzielen. 
Dieser  systematische  Ansatz  wird  Fehlerangriff  (fault  attack)  genannt.  Die  Liste  der  Fehlerzustände 
und  Fehlerwirkungen  kann  erstellt  werden  auf  der  Basis  von  Erfahrungen,  verfügbaren  Daten  über 
Fehlerzustände  und Fehlerwirkungen  und  von Allgemeinwissen darüber, warum Software sich falsch 
verhalten kann. 

Exploratives Testen  ist gleichzeitiger Testentwurf, Testdurchführung, Testprotokollierung  und Lernen, 
auf Grundlage einer Test-Charta, der die Testziele zu entnehmen sind. Es wird innerhalb festgelegter 
Zeitfenster durchgeführt. Es ist ein  Ansatz,  der sich besonders gut eignet, wenn es  nur wenige oder 
ungeeignete Spezifikationen gibt, unter hohem Zeitdruck, oder um andere, formalere Testverfahren zu 
unterstützen oder  zu ergänzen. Es kann auch zur Überprüfung des Testprozesses dienen  und  helfen 
sicherzustellen, dass die schwerwiegendsten Fehlerzustände gefunden werden. 


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(Deutschsprachige Ausgabe) 
 

Version 2011  

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1.8.2011 

© International Software Testing Qualifications Board 

4.6  Auswahl von Testverfahren (K2)  

15 Minuten 

Begriffe 
keine besonderen Begriffe 
 
Hintergrund 

Die Wahl, welche Testverfahren  verwendet werden sollen, hängt von einer Vielzahl von  Faktoren ab, 
einschließlich  der  Art  des  Systems,  regulatorischen  Anforderungen,  Kunden-  oder  Vertragsanforde-
rungen,  Risikostufe,  Risikotyp,  Testziel,  verfügbarer  Dokumentation,  Wissen  der  Tester,  Zeit  und 
Geld,  Softwareentwicklungsmodell,  Anwendungsfallmodelle  sowie  frühere  Erfahrungen  mit  gefunde-
nen Fehlerzustandsarten. 

Einige Techniken sind für bestimmte Situationen und Teststufen besser geeignet; andere sind in allen 
Teststufen gleichermaßen einsetzbar. 

Beim  Erstellen  von  Testfällen  benutzen  Tester  gewöhnlich  eine  Kombination  von  Testverfahren  ein-
schließlich prozessgetriebener, regelbasierter und datengetriebener (data-driven) Verfahren,  um eine 
angemessene Überdeckung des Objekts im Test zu gewährleisten.  
 
Referenzen 
4 Linz, 2010 
4.1 Craig, 2002, Hetzel, 1988, IEEE STD 829-1998 
4.2 Beizer, 1990, Copeland, 2004 
4.3.1 Copeland, 2004, Myers, 2001 
4.3.2 Copeland, 2004, Myers, 2001, Linz, 2010  
4.3.3 Beizer, 1990, Copeland, 2004 
4.3.4 Beizer, 1990, Copeland, 2004 
4.3.5 Copeland, 2004 
4.4.3 Beizer, 1990, Copeland, 2004 
4.5 Kaner, 2002 
4.6 Beizer, 1990, Copeland, 2004 


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5  Testmanagement (K3)  

170 Minuten 

Lernziele für den Abschnitt Testmanagement 

Die Lernziele legen fest, was Sie nach Beenden des jeweiligen Moduls gelernt haben sollten. 
 
5.1 Testorganisation (K2)  

LO-5.1.1  Die Bedeutung unabhängigen Testens erkennen können. (K1)  

LO-5.1.2  Vor-  und  Nachteile  unabhängigen  Testens  innerhalb  einer  Organisation  erklären  können. 

(K2)  

LO-5.1.3  Erkennen  können,  welche  Rollen  bei  der  Zusammenstellung  eines  Testteams  durch 

Teammitglieder abgedeckt werden müssen. (K1) 

LO-5.1.4  Aufgaben eines typischen Testmanagers und Testers wiedergeben können. (K1) 
 
5.2 Testplanung und -aufwandsschätzung (K3) 

LO-5.2.1  Die unterschiedlichen Stufen und Ziele der Testplanung erkennen können. (K1) 

LO-5.2.2  Ziel 

und 

Inhalt 

des 

Testkonzepts, 

der 

Testentwurfsspezifikation 

und 

der 

Testablaufsdokumente  auf  der  Basis  des  ‘Standard  for  Software  Test  Documentation’ 
(IEEE Std 829 -1998) zusammenfassen können. (K2) 

LO-5.2.3  Unterscheiden  können  zwischen  konzeptionell  verschiedenen  Testvorgehensweisen  wie  

analytisch,  modellbasiert,  methodisch,  prozess-/standardkonform,  dynamisch/  heuristisch, 
beratend oder wiederverwendungsorientiert. (K2) 

LO-5.2.4  Unterscheiden können zwischen dem Gegenstand der Testplanung für ein System und der 

Planung der Testdurchführung. (K2) 

LO-5.2.5  Einen Testausführungsplan für einen  vorgegebenen  Satz an Testfällen schreiben  und da-

bei Priorisierung  sowie technische  und fachliche  Abhängigkeiten berücksichtigen können. 
(K3)  

LO-5.2.6  Testvorbereitungs-  und Testdurchführungsaktivitäten auflisten können, die bei der Testpla-

nung berücksichtigt werden müssen. (K1) 

LO-5.2.7  Typische Faktoren benennen können, die den Testaufwand beeinflussen. (K1) 

LO-5.2.8  Unterscheiden  können  zwischen  zwei  konzeptionell  verschiedenartigen  Methoden  für  die 

Aufwandsschätzung: dem metrikbasierten und dem expertenbasierten Ansatz. (K2) 

LO-5.2.9  Erkennen/begründen  können  von  angemessenen  Eingangskriterien  u.  Ausgangskriterien 

für spezifische Teststufen und Gruppen von Testfällen (z.B. für Integrationstests, Abnahme-
tests oder Testfälle für Benutzbarkeitstests). (K2) 

5.3 Testfortschrittsüberwachung und -steuerung (K2) 

LO-5.3.1  Die allgemeinen Metriken wiedergeben können, die für die Überwachung von Testvorberei-

tung und Testdurchführung angewendet werden. (K1) 

LO-5.3.2  Testmetriken für Testberichte  und Teststeuerung (z.B. aufgedeckte  und behobene Fehler-

zustände  und  bestandene  und  nicht  bestandene  Tests)  in  Bezug  auf  Zweck  und  Nutzung 
erklären und vergleichen können. (K2) 

LO-5.3.3  Zweck und Inhalt des Testabschlussberichts auf der Basis des ‘Standard for Software Test 

Documentation’ (IEEE Std 829-1998) zusammenfassen können. (K2) 


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Version 2011  

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5.4 Konfigurationsmanagement (K2) 

LO-5.4.1  Zusammenfassen  können,  wie  das  Konfigurationsmanagement  das  Testen  unterstützt. 

(K2) 

 
5.5 Risiko und Testen (K2) 

LO-5.5.1  Ein Risiko als ein  mögliches Problem beschreiben können, das das Erreichen der Projekt-

ziele von einem oder mehreren Stakeholdern gefährdet. (K2) 

LO-5.5.2  Wiedergeben  können,  dass  die  Höhe  des  Risikos  durch  die  Wahrscheinlichkeit  (des  Ein-

tritts) und die Auswirkung (Schaden im Eintrittsfall) bestimmt wird. (K1) 

LO-5.5.3  Zwischen den Projekt- und den Produktrisiken unterscheiden können. (K2) 

LO-5.5.4  Typische Produkt- und Projektrisiken erkennen können. (K1) 

LO-5.5.5  Durch  Beispiele  beschreiben  können,  wie  Risikoanalyse  und  Risikomanagement  für  die 

Testplanung eingesetzt werden können. (K2) 

 
5.6 Abweichungsmanagement/Fehlermanagement (K3) 

LO-5.6.1  Den  Inhalt  eines  Abweichungsberichts  auf  Basis  des  ‘Standard  for  Software  Test 

Documentation’ (IEEE Std 829-1998) kennen. (K1) 

LO-5.6.2  Einen  Abweichungsbericht  über  die  Beobachtung  einer  Fehlerwirkung  während  des  Tes-

tens schreiben können. (K3) 


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Version 2011  

Seite 50/84 

1.8.2011 

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5.1  Testorganisation (K2)  

30 Minuten 

Begriffe 
Tester, Testmanager 

5.1.1  Testorganisation und Unabhängigkeit (K2) 

Die Effektivität der Fehlerfindung durch Testen  und Prüfungen kann durch den  Einsatz  unabhängiger 
Tester verbessert werden. Die folgenden Organisationsformen  unterscheiden sich im Grad der Unab-
hängigkeit: 

kein unabhängiger Tester. Entwickler testen ihren eigenen Code 

unabhängige Tester innerhalb des Entwicklungsteams 

unabhängiges Testteam oder -gruppe innerhalb der Organisation, das/die dem Projektmana-
gement oder dem Management der Linienorganisation berichtet  

unabhängige Tester aus der Fachabteilung oder Anwendergruppe  

unabhängige Testspezialisten für spezifische Testarten, wie Tester für Benutzerfreundlichkeit, 
Sicherheits- oder  Konformitätstester (die ein Softwareprodukt gegen Standards  und gesetzli-
che Vorschriften prüfen)  

unabhängige Tester, ausgegliedert oder aus externen Organisationen 

Für  große,  komplexe  Projekte  oder  Projekte  sicherheitskritische  Systeme  betreffend  ist  es  im  Allge-
meinen  am  besten,  verschiedene  Teststufen  durchzuführen  und  dabei  die  Tests  einiger  oder  aller 
Stufen  von  unabhängigen Testern ausführen zu  lassen. Entwicklungspersonal kann speziell  in  niedri-
gen  Teststufen  am  Testen  beteiligt  sein,  wobei  ihr  Mangel  an  Objektivität  oft  ihre  Effektivität  be-
schränkt.  Die  unabhängigen  Tester  können  die  Befugnis  besitzen,  Testprozesse  und  Regeln  zu  for-
dern  und  zu  definieren,  sollten  diese  prozessverwandten  Rollen  aber  nur  bei  Vorliegen  eines  klaren 
Managementauftrags einnehmen. 

Vorteile von Unabhängigkeit:  

Unabhängige Tester sehen andere und unterschiedliche Fehler und sind unvoreingenommen.  

Ein  unabhängiger Tester kann  Annahmen  verifizieren, die während der Spezifikation  und Im-
plementierung des Systems gemacht wurden. 

Nachteile von Unabhängigkeit: 

Tester sind vom Entwicklungsteam isoliert (wenn als vollkommen unabhängig behandelt). 

Die Entwickler können das Verantwortungsgefühl für Qualität verlieren.  

Unabhängige  Tester  können  als  Engpass  gesehen  werden  oder  die  Schuld  für  Verzögerun-
gen zugewiesen bekommen. 

Testaufgaben können von Personen in einer spezifischen Testrolle oder von jemandem in einer ande-
ren  Rolle  durchgeführt  werden,  beispielsweise  Projektmanager,  Qualitätsmanager,  Entwickler,  Fach- 
und Bereichsexperte, Mitarbeiter in Infrastruktur oder IT-Betrieb. 

5.1.2  Aufgaben von Testmanager und Tester (K1) 

In  diesem  Lehrplan  werden  die  zwei  Rollen  Testmanager  und  Tester  behandelt.  Die  Aktivitäten  und 
Aufgaben,  die  von  Personen  mit  diesen  zwei  Rollen  durchgeführt  werden,  hängen  von  Projekt-  und 
Produktkontext, den Personen in den Rollen und der Organisation ab. 

Manchmal wird der Testmanager als Testleiter oder Testkoordinator bezeichnet. Die Rolle des Testlei-
ters  kann  von  einem  Projektleiter,  einem  Entwicklungsleiter,  einem  Qualitätsmanager  oder  dem  Ma-
nager  einer  Testgruppe  ausgeübt  werden.  In  größeren  Projekten  können  zwei  Rollen  existieren: 
Testmanager  und  Testleiter/  Testkoordinator.  Typischerweise  plant,  überwacht  und  steuert  der  Test-
manager die Testaktivitäten und die Aufgaben wie in Kapitel 1.4 definiert.