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Certified Tester 

Foundation Level Syllabus 
(Deutschsprachige Ausgabe) 
 

Version 2011  

Seite 56/84 

1.8.2011 

© International Software Testing Qualifications Board 

Beispiele von Maßnahmen zur Teststeuerung:  

Entscheidungsfindung basierend auf Informationen aus der Testüberwachung 

Repriorisierung von Tests, wenn identifizierte Risiken auftreten (z.B. verspätete Lieferung der 
Software) 

Änderung  des  Testzeitplans  aufgrund  der  Verfügbarkeit  oder  Nichtverfügbarkeit  der  Testum-
gebung 

Setzen eines Eingangskriteriums mit der Maßgabe, dass Fehlerbehebungen durch einen Ent-
wickler nachzutesten sind, bevor die Software an die nächste Teststufe übergeben wird 


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5.4  Konfigurationsmanagement

(K2)  

10 Minuten 

Begriffe 
Konfigurationsmanagement, Versionskontrolle 
 
Hintergrund  

Ziel des Konfigurationsmanagements ist es, die Integrität der Produkte  herzustellen  und  zu erhalten. 
Das  betrifft  Komponenten,  Daten  und  Dokumentation  der  Software  oder  des  Systems  während  des 
Projekt- und Produktlebenszyklus. 

Für das Testen kann das Konfigurationsmanagement sicherstellen, dass: 

alle Teile der Testmittel identifiziert und einer Versionskontrolle unterworfen sind sowie Ände-
rungen  verfolgt  und  zueinander  und  zu  den  Entwicklungseinheiten  (Testobjekten)  in  Bezie-
hung gesetzt werden, so dass die Rückverfolgbarkeit während des gesamten Testprozesses 
oder auch des gesamten Produktlebenszyklus erhalten werden kann 

alle identifizierten Dokumente  und Entwicklungsgegenstände  eindeutig  in der Testdokumen-
tation referenziert werden. 

Das  Konfigurationsmanagement  unterstützt  den  Tester,  die  Testobjekte,  Testdokumente,  Tests  und 
den/die Testrahmen eindeutig zu identifizieren (und zu reproduzieren).  

Während  der  Testplanung  sollten  die  Konfigurationsmanagementverfahren  und  -infrastruktur  (Werk-
zeuge) ausgewählt, dokumentiert und implementiert werden.  


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5.5  Risiko und Testen (K2)  

30 Minuten 

  

Begriffe 
Produktrisiko, Projektrisiko, Risiko, risikoorientiertes Testen  
 
Hintergrund 

Risiko  kann  definiert  werden  als  die  Eintrittswahrscheinlichkeit  eines  Ereignisses,  einer  Gefahr,  Be-
drohung  oder  Situation,  die  zu  unerwünschten  Konsequenzen  oder  einem  potenziellen  Problem  füh-
ren.  Die  Höhe  des  Risikos  wird  bestimmt  durch  die  Wahrscheinlichkeit  des  Eintritts  und  die  Auswir-
kung eines unerwünschten Ereignisses (Schaden, der aus dem Ereignis resultiert). 

5.5.1  Projektrisiken (K2) 

Projektrisiken  sind  die  Risiken,  die  mit  der  Fähigkeit  des  Projekts  zusammenhängen,  seine  Ziele  zu 
erreichen: 

Organisatorische Faktoren: 

Qualifikation, Schulung und Mitarbeiterengpässe 

Personalaspekte 

politische Aspekte wie  

o

  Probleme mit Testern, die ihre Anforderungen und Ergebnisse kommunizieren 

o

  Versagen des Teams bei der Verfolgung  von Informationen, die durch Testen  und  in 

Reviews gefunden werden (z.B. fehlende  Verbesserung der  Entwicklungs-  und  Test-
praktiken)  

unangemessene  Einstellung  gegenüber  oder  Erwartung  an  das  Testen  (wenn  beispiels-
weise das Finden von Fehlerzuständen beim Testen nicht als wertvoll betrachtet wird)  

Technische Aspekte: 

Probleme bei der Definition der richtigen Anforderungen 

Ausmaß,  in  dem  Anforderungen  unter  den  gegebenen  Randbedingungen  nicht  erfüllt 
werden können 

nicht rechtzeitig verfügbare Testumgebung 

verspätete  Datenkonvertierung,  Migrationsplanung  und  -entwicklung  sowie  verspätete 
Tests der Datenkonvertierung/Migrationswerkzeuge 

geringe  Qualität  des  Designs,  des  Codes,  der  Konfigurationsdaten,  Testdaten  und  der 
Tests 

Lieferantenaspekte: 

Versagen einer dritten Partei 

Vertragsaspekte 

Zur  Analyse,  Management  und  Reduzierung  dieser  Risiken  folgt  der  Testmanager  etablierten  Pro-
jektmanagementprinzipien.  Eine  Vorlage  für  Testkonzepte  (test  plan)  im  ‘Standard  for  Software  Test 
Documentation’ (IEEE Std 829-1998) fordert die Benennung von Risiken und (Gegen-) Maßnahmen.  

5.5.2  Produktrisiken (K2) 

Mögliche  Ausfallbereiche  (unerwünschte  zukünftige  Ereignisse  oder  Gefahren)  in  der  Software  oder 
dem  System  werden  als  Produktrisiken  bezeichnet,  da  sie  ein  Risiko  für  die  Qualität  des  Produkts 
darstellen. Dazu gehören: 

gelieferte fehleranfällige Software  

Potenzial, dass die Software/Hardware einem Individuum oder einer Firma Schaden  zufügen 
könnte 

schlechte  Softwareeigenschaften  (z.B.  fehlende/mangelhafte  Funktionalität,  Zuverlässigkeit, 
Benutzbarkeit und Performanz) 


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schlechte  Datenintegrität  und  -qualität  (z.B.  Datenmigrationsprobleme,  Datenkonvertierungs-
probleme, Datenüberführungsprobleme, Verletzung von Datenstandards) 

Software, die ihre beabsichtigten Funktionen nicht erfüllt  

Risiken  werden  herangezogen,  um  zu  entscheiden,  in  welchem  Bereich  mit  dem  Testen  begonnen 
wird und welche Bereiche intensiver getestet werden; Testen wird eingesetzt, um das Risiko oder den 
Schaden eines unerwünschten Effekts zu reduzieren.  

Produktrisiken sind ein spezieller Risikotyp für den  Erfolg eines Projekts. Als Aktivität der Risikoüber-
wachung  liefert  das  Testen  Rückmeldungen  über  das  verbleibende  Risiko,  indem  es  die  Effektivität 
der Behebung kritischer Fehlerzustände und von Notfallplänen misst. 

Ein risikoorientiertes Testvorgehen erlaubt pro-aktive Möglichkeiten  zur Reduzierung  des Produktrisi-
kos, beginnend mit den ersten Projektphasen. Es enthält die Identifikation von Produktrisiken und ihre 
Verwendung  zur Führung der Testplanung  und -steuerung sowie der Spezifikation, Vorbereitung  und 
Durchführung  von Tests. Bei einem risikoorientierten Testvorgehen können die  identifizierten  Risiken 
genutzt werden, um:  

einzusetzende Testverfahren zu bestimmen 

auszuführenden Testumfang zu bestimmen 

Testen  zu priorisieren  mit dem Ziel, die kritischen Fehlerzustände so früh wie  möglich  zu fin-
den 

zu  bestimmen,  ob  zusätzlich  zum  Testen  weitere  Tätigkeiten  zur  Risikoreduktion  notwendig 
sind (z.B. die Bereitstellung von Schulungsmaßnahmen für unerfahrene Designer)  

Risikoorientiertes Testen nutzt das Wissen und die Kenntnisse der Stakeholder, um Risiken zu identi-
fizieren, sowie entsprechende Teststufen zur Risikobehandlung zu bestimmen.  

Um sicherzustellen, dass die Wahrscheinlichkeit von Produktfehlern minimiert wird, bietet das Risiko-
management einen systematischen Ansatz für:  

Bewertung  (und  regelmäßige  Neubewertung)  dessen,  was  an  Fehlern  auftreten  kann  (Risi-
ken) 

Festlegung, welche Risiken reduziert werden müssen 

Implementierung von Maßnahmen zur Behandlung dieser Risiken  

 
Zusätzlich kann Testen die Identifikation neuer Risiken unterstützen. Es kann helfen festzulegen, wel-
che Risiken reduziert werden sollten und es kann die Unsicherheit bezüglich der Risiken verringern.  


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5.6  Fehler- und Abweichungsmanagement (K3)  

40 Minuten 

Begriffe 
Abweichungsprotokollierung, Fehler- und Abweichungsbericht, Fehler- und Abweichungsmanagement 
 
Hintergrund 

Da eines der Ziele des Testens das Finden von  Fehlerzuständen  ist, müssen  Unterschiede  zwischen 
aktuellen und erwarteten Ergebnissen als Abweichung aufgezeichnet werden. Eine Abweichung muss 
untersucht  werden.  Sie  kann  sich  als  Fehlerzustand  erweisen.  Angemessene  Maßnahmen  sollten 
definiert  sein,  um  Abweichungen  und  Fehlerzustände  zu  beseitigen.  Abweichungen  und  Fehlerzu-
stände sollten von der Entdeckung  und Klassifizierung bis  hin  zur Korrektur und Überprüfung der Lö-
sung verfolgt werden. Um alle Abweichungen bis zum Abschluss zu verwalten, sollte die Organisation 
einen Fehler- und Abweichungsmanagementprozess sowie Regeln für die Klassifizierung etablieren.  

Abweichungen können während der Entwicklung, in Reviews, Tests sowie beim Einsatz von Software 
festgestellt  werden.  Sie  können  im  Code  oder  dem  betriebenen  System  oder  in  jeder  Art  von  Doku-
mentation festgestellt werden (einschließlich Anforderungen, Entwicklungsdokumente, Testdokumente 
und Benutzerinformation wie „Hilfe” oder Installationsanleitungen). 

Abweichungsberichte haben folgende Ziele:  

Für die Entwickler und andere Parteien liefern sie Hinweise, um nach Bedarf die Identifikation, 
Isolation und Korrektur zu ermöglichen.  

Für  den  Testmanager  sind  sie  ein  Hilfsmittel  zur  Verfolgung  der  Systemqualität  im  Test  und 
des Testfortschritts. 

Sie liefern Hinweise zur Testprozessverbesserung.  

Ein Abweichungsbericht kann die folgenden Informationen enthalten: 

Meldungsdatum, meldende Organisation und Autor 

IST- und erwartete Ergebnisse  

Identifikation des Testobjekts (Konfigurationsobjekt) und der Testumgebung  

Software- oder Systemlebenszyklusprozess, in dem die Abweichung beobachtet wurde  

Beschreibung  der  Abweichung,  um  Reproduzierbarkeit  und  Behebung  zu  ermöglichen  (ein-
schließlich Protokoll, Datenbank-Dumps oder Screenshots) 

Umfang und Grad der Auswirkung auf Stakeholder-Interessen  

Klassifizierung der Schwere der Auswirkung auf das System  

Dringlichkeit/Priorität für die Behebung  

Status der Abweichung (z.B. offen, zurückgestellt, dupliziert, wartet auf Behebung, Behebung 
wartet auf Fehlernachtest oder geschlossen)  

Schlussfolgerungen, Empfehlungen und Freigaben 

globale  Punkte,  beispielsweise  andere  Bereiche,  die  durch  eine  Änderung  aufgrund  der  Ab-
weichung beeinflusst sein könnten  

Änderungshistorie,  was  von  Projektteammitgliedern  im  Zusammenhang  mit  der  Abweichung 
zur Isolation, Behebung und Bestätigung der Behebung durchgeführt wurde  

Referenzen einschließlich der Testfallspezifikations-ID, welche das Problem aufdeckte  

 
Der  Aufbau  eines  Abweichungsberichts  wird  auch  im  ‘Standard  for  Software  Test  Documentation’ 
(IEEE Std 829-1998) behandelt.