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Certified Tester 

Foundation Level Syllabus 
(Deutschsprachige Ausgabe) 
 

Version 2011  

Seite 51/84 

1.8.2011 

© International Software Testing Qualifications Board 

Typische Aufgaben eines Mitarbeiters in der Rolle Testmanager können sein:  

Koordination der Teststrategie und Planung mit Projektleitern und anderen Beteiligten 

Erstellen oder Prüfen der Teststrategie für das Projekt und einer Testrichtlinie für die Organi-
sation 

Einbringen  der  Testperspektive  in  andere  Projektaktivitäten,  beispielsweise  die  Integrations-
planung 

Planen  der  Tests  –  unter  Beachtung  des  Kontexts  und  mit  Verständnis  von  Testzielen  und 
Risiken  – einschließlich  Auswahl der Testvorgehensweise, Schätzen der Zeit, des Aufwands 
und  der  Kosten  des  Testens,  Ressourcenbeschaffung,  Definition  der  Teststufen,  Testzyklen 
und Planen des Abweichungsmanagements 

Initiieren  der  Spezifikation,  Vorbereiten,  Implementieren  und  Durchführen  von  Tests,  Über-
wachen der Testergebnisse und Prüfen der Ausgangskriterien 

Anpassen der Planung an Testergebnisse und Testfortschritt (manchmal in den Statusberich-
ten dokumentiert) und Einleiten aller erforderlichen Maßnahmen bei Problemen 

Aufbau  eines  angemessenen  Konfigurationsmanagements  der  Testmittel  zur    Rückverfolg-
barkeit 

Einführen passender Metriken zum Messen des Testfortschritts und zur Bewertung der Quali-
tät des Testens und des Produkts 

Entscheidung, was zu welchem Grad und wie automatisiert werden sollte 

Auswahl  der  Werkzeuge  zur  Testunterstützung  und  Organisation  sämtlicher  Werkzeugschu-
lungen für Tester 

Entscheiden über die Implementierung der Testumgebung 

Schreiben  von  Testabschlussberichten  auf  der  Grundlage  der  Informationen,  die  während 
des Testens gesammelt werden 

 
Typische Aufgaben eines Testers können sein: 

Mitarbeit an und Preit n:on Testkonzepten 

Analyse,  Prüfung  und  Bewertung  von  Benutzeranforderungen,  Spezifikationen  und  Modellen 
im Hinblick auf Testbarkeit 

Erstellen von Testspezifikationen 

Aufbau der Testumgebung (oft in Abstimmung mit System- und Netzwerkadministration). 

Vorbereiten oder Anfordern von Testdaten 

Implementieren  von  Tests  auf  allen  Stufen,  Durchführen  der  Tests  und  ihre  Protokollierung, 
Auswerten der Testergebnisse  und Dokumentation der Abweichungen  von erwarteten Ergeb-
nissen  

Einsetzen  von  Testadministrations-  oder  Testmanagement-  und  Testüberwachungswerkzeu-
gen wie gefordert 

Automatisieren  von  Tests  (kann  durch  einen  Entwickler  oder  Testautomatisierungsexperten 
unterstützt werden)  

Messen  der  Leistungsfähigkeit/Performanz  von  Komponenten  und  Systemen  (wenn  zutref-
fend) 

Prüfen der Tests, die von anderen entwickelt wurden  

 
Personen,  die  in  der  Testanalyse,  Testentwurf,  spezifischen  Testarten  oder  in  der  Testautomatisie-
rung  arbeiten,  können  Spezialisten  in  diesen  Rollen  sein.  Abhängig  von  der  Teststufe  und  den  Risi-
ken, die  mit dem Produkt  und dem Projekt verbunden sind, können  verschiedene Personen die Rolle 
von  Testern  übernehmen  und  dabei  einen  gewissen  Grad  von  Unabhängigkeit  bewahren.  Typische 
Tester auf der Komponenten-  und Integrationsstufe sind Entwickler, auf der Abnahmeteststufe Fach-
experten und Anwender, und für den Abnahmetest auf operativer Ebene der Betreiber. 


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Foundation Level Syllabus 
(Deutschsprachige Ausgabe) 
 

Version 2011  

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1.8.2011 

© International Software Testing Qualifications Board 

5.2  Testplanung und -schätzung (K3)  

40 Minuten 

Begriffe 
Teststrategie, Testvorgehensweise  

5.2.1  Testplanung (K2) 

Dieser  Abschnitt  behandelt  den  Zweck  von  Testplanung  im  Rahmen  von  Entwicklungs-  und  Imple-
mentierungsprojekten  sowie  für  Wartungsaktivitäten.  Die  Planung  kann  in  einem  Mastertestkonzept 
und  in  separaten  Testkonzepten  für  Teststufen,  wie  dem  Systemtest  und  dem  Abnahmetest,  doku-
mentiert  werden.  Die  Gliederung  für  ein  Testplanungsdokument  kann  dem  Standard  ‘Standard  for 
Software Test Documentation’ (IEEE Std 829-1998) entnommen werden. 

Die  Planung  wird  durch  die  Testrichtlinie  der  Organisation,  den  Testumfang,  die  Ziele,  Risiken,  Ein-
schränkungen,  Kritikalität,  Testbarkeit  und  Verfügbarkeit  von  Ressourcen  beeinflusst.  Je  weiter  sich 
die Projekt- und Testplanung entwickelt, desto mehr Informationen werden  verfügbar und desto mehr 
Details können im Plan berücksichtigt werden.  

Testplanung ist eine kontinuierliche Aktivität und wird in allen Lebenszyklusprozessen und -aktivitäten 
durchgeführt. Feedback aus den Testaktivitäten wird genutzt, um sich ändernde Risiken zu erkennen, 
so dass die Planung angepasst werden kann. 

5.2.2  Testplanungsaktivitäten (K3) 

Testplanungsaktivitäten für ein ganzes System oder Systemteile können sein: 

Festlegen des Umfangs und der Risiken sowie Identifizierung der Testziele 

Definieren des allgemeinen Testansatzes, einschließlich Definition der Teststufen und der 
Eingangs- und Ausgangskriterien 

Koordinieren  und  Integrieren  der  Testaktivitäten  in  die  Aktivitäten  des  Softwarelebenszyklus 
(Beschaffung, Bereitstellung, Entwicklung, Betrieb und Wartung) 

Entscheiden, was zu testen ist, welche Rollen welche Testaktivitäten ausführen werden, 
wann und wie die Testaktivitäten auszuführen sind und wie die Testergebnisse bewertet wer-
den 

Testanalyse und Entwurfsaktivitäten planen 

Testimplementierung, -ausführung und -bewertung planen 

Ressourcen den verschiedenen definierten Aufgaben zuordnen 

Definieren des Umfangs, des Detaillierungsgrads, der Struktur und der Vorlagen für die Test-
dokumentation 

Selektieren  der  Metriken  zur  Überwachung  und  Steuerung  der  Testvorbereitung  und 
-durchführung, Fehlerzustandsbehebung und Risikofaktoren 

Bestimmen  des  Detaillierungsgrads  für  Testablaufspezifikationen,  um  genügend  Informatio-
nen in Hinblick auf eine reproduzierbare Testvorbereitung und -durchführung zu liefern 

5.2.3  Testeingangskriterien (K2) 

Eingangskriterien bestimmen, wann der Test begonnen wird, beispielsweise zu Beginn einer Teststufe 
oder wenn eine Reihe Tests zur Ausführung bereit steht. 

Typische Eingangskriterien: 

Verfügbarkeit und Einsatzbereitschaft der Testumgebung 

Bereitschaft der Testwerkzeuge in der Testumgebung 

Verfügbarkeit des testbaren Codes 

Verfügbarkeit der Testdaten 


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5.2.4  Ausgangskriterien (K2) 

Ausgangskriterien definieren, wann mit dem Testen aufgehört wird, z.B. am Ende einer Teststufe oder 
wenn eine Reihe von Tests ein spezifisches Ergebnis erzielt hat. 

Typische Ausgangskriterien: 

Intensitätsmaße, beispielsweise Codeüberdeckung, Funktionalität oder Risiko 

Schätzungen über Fehlerdichte oder Zuverlässigkeitsmaße 

Kosten 

Verbleibende  Risiken,  beispielsweise  nicht  behobene  Fehlerzustände  oder  fehlende  Test-
überdeckung in bestimmten Bereichen 

Zeitpläne, beispielsweise basierend auf dem Termin der Markteinführung 

5.2.5  Testaufwandsschätzung (K2) 

Zwei Ansätze für die Schätzung des Testaufwands sind:  

Der metrikenbasierte Ansatz: Schätzung des Testaufwands auf der Basis von Metriken frühe-
rer oder ähnlicher Projekte oder auf der Basis von typischen Werten 

Der expertenbasierte Ansatz: Schätzung des Aufwands für die einzelnen Aufgaben durch die 
Verantwortlichen für diese Aufgaben oder durch Experten  

Sobald  der  Testaufwand  geschätzt  ist,  können  Ressourcen  identifiziert  und  ein  Zeitplan  erstellt  wer-
den.  

Der Testaufwand kann von einer Anzahl von Faktoren abhängen, u.a.: 

Charakteristiken  des  Produkts,  Qualität  der  Spezifikation  und  anderer  Informationen,  die  für 
das Testmodell herangezogen werden (d.h. die Testbasis), Größe des Produkts, Komplexität 
der  Problembereiche,  Anforderungen  an  Zuverlässigkeit  und  Sicherheit  und  Anforderungen 
an die Dokumentation 

Charakteristiken  des  Entwicklungsprozesses:  Stabilität  der Organisation,  benutzte  Werkzeu-
ge, Testprozess, Kenntnisse der involvierten Personen und Zeitdruck 

Testergebnisse: Anzahl der Fehlerzustände und Menge der erforderlichen Nacharbeiten 

5.2.6  Teststrategie, Testvorgehensweise (K2) 

Die Testvorgehensweise ist die Umsetzung der Teststrategie in einem spezifischen Projekt. Die Test-
vorgehensweise  wird  in  den  Testkonzepten  und  im  Testentwurf  definiert  und  verfeinert.  Sie  enthält 
typischerweise  die  Entscheidungen,  basierend  auf  den  (Test-)  Projektzielen  und  der  Risikoanalyse. 
Sie  ist der Ausgangspunkt für die  Planung des Testprozesses, für die Auswahl der Testentwurfsver-
fahren  und  der  durchzuführenden  Testarten,  sowie  für  die  Spezifikation  der  Eingangskriterien  und 
Ausgangskriterien.  

Die gewählte Testvorgehensweise  ist abhängig  vom Kontext. Die Auswahl kann beeinflusst sein  von 
Faktoren wie Risiken, Gefahren und Sicherheit, verfügbare Ressourcen und Fähigkeiten, die Techno-
logie,  Art  des  Systems  (z.B.  maßgeschneidert  oder  kommerzielle  COTS-Software),  Testzielen  und 
Vorschriften. 

Typische Vorgehensweisen: 

Analytische  Vorgehensweisen,  wie  das  risikoorientierte  Testen,  in  dem  das  Testen  auf  die 
Bereiche der größten Risiken ausgerichtet ist  

Modellbasierte  Vorgehensweisen  wie  das  stochastische  Testen,  das  statistische  Informatio-
nen  über  Ausfallraten  (beispielsweise  Zuverlässigkeitswachstumsmodelle)  oder  Systembe-
nutzung (beispielsweise Benutzungsprofile) nutzt 

Methodische Vorgehensweisen wie das ausfallbasierte (einschließlich intuitiver Testfallermitt-
lung  und Fehlerangriff), erfahrungsbasierte, checklistenbasierte und qualitätsmerkmalbasier-
te Testen 

Prozess-  oder  standardkonforme  Vorgehensweisen,  spezifiziert  durch  Industriestandards, 
oder die verschiedenen agilen Methoden  


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Dynamische  und  heuristische  Vorgehensweisen,  wie  das  explorative  Testen,  bei  dem  das 
Testen  weniger  vorgeplant  ist  und  stärker  auf  Ereignisse  reagiert  und  Durchführung  und 
Auswertung parallel laufen 

Beratende  Vorgehensweisen, in denen die Testüberdeckung primär durch  Hinweise  und  Be-
ratung  von Technologie-  und/oder Geschäftsbereichsexperten außerhalb des Testteams  ge-
trieben wird 

Wiederverwendungsorientierte  Vorgehensweisen,  bei  denen  man  vorhandene  Tests  und 
Testumgebungen  (aus  früheren  Projekten),  umfangreiche  Automatisierung  von  funktionalen 
Regressionstests  und  Standardtestsuiten  als  Ausgangsbasis  übernimmt.  Ziel  ist,  die  Tests 
schnell und pragmatisch aufzusetzen. 

 
Unterschiedliche  Ansätze können kombiniert werden, beispielsweise  zu einer risikoorientierten dyna-
mischen Vorgehensweise.  


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5.3  Testfortschrittsüberwachung und -steuerung 

(K2)  

20 Minuten 

Begriffe  
Ausfallrate, Fehlerdichte, Testabschlussbericht, Teststeuerung, Testüberwachung 

5.3.1  Testfortschrittsüberwachung (K1) 

Das Ziel der Testfortschrittsüberwachung ist  es, Feedback  und Übersicht über Testaktivitäten  zu  lie-
fern.  Zu  überwachende  Informationen  können  manuell  oder  automatisiert  gesammelt  werden.  Sie 
können  herangezogen  werden,  um  Ausgangskriterien  wie  Testüberdeckung  zu  messen  sowie  den 
Fortschritt gegen den Zeitplan und gegen das Budget zu beurteilen.  

Gebräuchliche Testmetriken sind u.a.:  

Prozentsatz der durchgeführten Arbeiten in der Testvorbereitung (oder Prozentsatz der vorbe-
reiteten geplanten Testfälle) 

Prozentsatz der durchgeführten Arbeiten in der Vorbereitung der Testumgebung  

Testfalldurchführung  (z.B.  die  Anzahl  der  durchgeführten/nicht  durchgeführten  Testfälle  und 
der bestandenen/nicht bestandenen Testfälle)  

Fehlerzustandsinformationen  (z.B.  Fehlerdichte,  gefundene  und  behobene  Fehlerzustände, 
Ausfallrate und Fehlernachtestergebnisse)  

Testüberdeckung der Anforderungen, Risiken oder des Codes  

subjektives Vertrauen der Tester in das Produkt  

Daten der Testmeilensteine  

Testkosten,  inklusive  Kosten  im  Vergleich  zum  Nutzen  durch  das  Auffinden  des  nächsten 
Fehlerzustands oder für den nächsten Testdurchlauf  

5.3.2  Testberichterstattung (K2)  

Testberichterstattung beschäftigt sich  mit der Zusammenfassung der Informationen über die Testakti-
vitäten, einschließlich:  

was während des Testzeitraums passierte, z.B.  zu Zeitpunkten, an denen Ausgangskriterien 
erfüllt wurden 

analysierte  Informationen  und  Metriken  zur  Unterstützung  von  Empfehlungen  und  Entschei-
dungen  über  zukünftige  Aktivitäten,  wie  eine  Beurteilung  der  verbleibenden  Fehlerzustände, 
die  ökonomischen  Vorteile  fortgesetzten  Testens,  offen  stehende  Risiken  und  der  Grad  des 
Vertrauens in die getestete Software 

Die Gliederung eines Testabschlussberichts ist im  ‘Standard for Software Test Documentation’ (IEEE 
Std 829-1998) enthalten. 

Metriken sollten während des Testens und am Ende einer Teststufe zur Beurteilung folgender Aspekte 
gesammelt werden:  

Angemessenheit der Testziele für die Teststufe 

Angemessenheit des gewählten Testvorgehens 

Effektivität des Testens in Relation zu den Zielen  

5.3.3  Teststeuerung (K2) 

Teststeuerung beschreibt sämtliche  Führungs- oder Korrekturmaßnahmen, die auf Grund gesammel-
ter oder berichteter Informationen und Metriken ergriffen werden. Maßnahmen können jede Testaktivi-
tät betreffen und können jede andere Softwarelebenszyklusaktivität oder -aufgabe beeinflussen.