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СОДЕРЖАНИЕ
Lehrerberuf. Schule. Moderne Schulmodele Thema: «Mein Schulpraktikum»
Lehrer und Erzieher Unsere Lieblingslehrer: Wie sind sie?
Moderne Schulmodelle Ein Blick auf Summerhill
Sollte das modell „summerhill“ an allen schulen eingeführt werden?
Gesamtwerk Mensch Alltag an einer Waldorfschule in Hamburg
Fragen zum Überlegen und zur Diskussion
Mensch. Familie. Gesellschaft. Die Beziehungen in der Familie
Probleme der Jugend in der modernen Gesellschaft
4. Ein zentrales Problem ist die Beziehungen in der Familie.
3. Erzählen Sie den Text nach Ihrem Plan nach. Anregung zur Diskussion
Geld regiert die Welt? (Umfrage)
Frau in der modernen Gesellschaft
Frau in der modernen Gesellschaft
Lesen Sie den Text und äußern Sie sich über das Gelesene! Zwischen Kind und Karriere
Sitten und Bräuche. Feste und Feier Themengebundener Wortschatz
Übungsteil zum Text „Karneval“
2. Wie feiert man Ostern in Ihrer Familie. Massenmedien: Presse, Hörfunk und Fernsehen,
II.Übungen zum Aneignen des Wortschatzes
7. Beantworten Sie folgende Fragen, gebrauchen Sie dabei die unten angegebenen Wörter.
12. Übersetzen Sie ins Deutsche.
III. Einiges aus der Geschichte der Massenmedien
Einiges aus der Geschichte der Massenmedien
2. Finden Sie im Text Informationen zu folgenden Daten.
Westdeutsche Allgemeine Zeitung ….. T ……………. Essen
Einige Fernsehprogramme im deutschen Fernsehen
2. Finden Sie im Text alle Passivkonstruktionen und analysieren Sie ihre Zeitformen.
4. Bestimmen Sie, ob folgende Sätze dem Inhalt des Textes entsprechen.
5. Beantworten Sie folgende Fragen.
7. Erzählen Sie über die Massenmedien Deutschlands und Weißrusslands nach folgender Gliederung.
Thema „Die deutschsprachigen Länder“
3. Setzen Sie die in Klammern stehenden geographischen Namen in den richtigen Kasus.
4. Setzen Sie, wenn es nötig ist, den bestimmten Artikel im richtigen Fall ein.
7. Finden Sie unter dem Strich das passende Wort.
II. Die geographische Lage und Landschaften
1. Informieren sie sich über die Landesnatur Deutschlands. Geographische Lage
2. Bestimmen Sie das Geschlecht der Substantive und nennen Sie ihre Pluralformen.
7. Bilden Sie Sätze mit folgenden Wörtern und Wortverbindungen.
8. Übersetzen Sie ins Deutsche.
9. Erzählen Sie über Deutschland nach dem folgenden Plan.
III. Die deutsche Sprache und die Nationalsymbole
1. Lesen Sie und übersetzen Sie den Text. Die deutsche Sprache
6. Beantworten Sie die Fragen zum Text.
8. Referieren Sie in Deutsch. Из истории немецкого языка
1. Sprechen Sie folgende Wörter dem Lektor nach.
2. Informieren Sie sich über die deutschen Nationalsymbole. Deutsche Nationalsymbole
8. Antworten Sie auf die Fragen.
9. Nennen Sie folgende Wörter und Wortverbindungen auf Deutsch. Bilden Sie damit Sätze.
6. Bestimmen Sie das Geschlecht folgender Substantive und nennen Sie Ihre Pluralformen.
7. Bilden Sie passende Wortverbindungen.
8. Setzen Sie passende Präpositionen ein.
10. Sagen Sie, ob es falsch oder richtig ist.
2. Setzen Sie die Endungen ein.
3. Berichten Sie über die Industrie in Deutschland. Gebrauchen Sie dabei die folgenden Fragen.
4. Übersetzen Sie ins Deutsche.
VII. Die deutschen Bundesländer
1. Informieren Sie sich. Die Länder der brd
9. Setzen Sie passende Präpositionen ein.
10. Antworten Sie auf die Fragen zum Text.
13. Sagen Sie: um welchen Ort handelt es sich? Gebrauchen Sie die Wörter unter dem Strich.
14. Wählen Sie sich aus dem Text ein Bundesland und erzählen Sie davon.
12. Referieren Sie in Deutsch.
13. Übersetzen Sie folgende Sätze ins Russische. Bestimmen Sie die Art der Nebensätze darin.
14. Übersetzen Sie ins Deutsche.
15. Prüfen Sie sich. Machen Sie den Test.
1. Informieren Sie sich über eines der deutschsprachigen Länder – Österreich. Österreich
3. Sagen Sie, ob das richtig oder falsch ist.
4. Bilden Sie zu jedem Text Fragen. Lassen Sie Ihre Kommilitonen Ihre Fragen beantworten.
5. Erzählen Sie, was Sie über diese zwei Länder erfahren haben.
6. Prüfen Sie sich. Machen Sie den Test.
8. Sprechanlässe zum Thema „Die deutschsprachigen Länder“
Belarus das land, wo ich zu hause bin die geschichte von belarus
2. Antworten Sie auf die Fragen zum Text:
3. Übersetzen Sie ins Deutsche:
Die republik belrus geographischer überblick
Das politische system von belarus Die Verfassung der Republik Belarus
15. Lesen Sie den Text, finden Sie passende Äquialente zu den angegebenen Wörtern.
16. Beantworten Sie die Fragen zum Text.
17. Lesen Sie den Text, finden Sie passende Äquialente zu den angegebenen Wörtern.
18. Beantworten Sie die Fragen zum Text.
Texte zum lesen, übersetzen und nacherzählen Das minsk von heute
7. Welche Geistlichen kennen Sie? Definieren Sie richtig.
3. Finden Sie im Text passende Informationen zu folgenden Daten- und Zahlangaben.
4. Beantworten Sie folgende Fragen.
III. Kirchen in Deutschland und Weißrussland
6. Erzählen Sie über die Kirche in Deutschland und Weißrussland nach folgender Gliederung.
Shakespeare
Viel Kluges kam schon von Frauen.
Euripdes
Eine gescheite Frau hat Millionen geborener Feinde: alle dummen Männer. M. von Ebner-Eschenbach
Frau in der modernen Gesellschaft
Unsere Frage war kurz, klar und höflich: „Gibt es in Ihrem Hause eine Frauenbeauftragte?“ Ein ebenso kurzes, klares und höfliches Nein wäre mit einem freundlichen Danke quittiert worden. Die Rechercherin der UNI-Redaktion war auf der Suche nach Frauenbeauftragten in der Wirtschaft. Zielrichtung der Interviews: Ist aus der Funktion schon so etwas wie ein Berufsbild entstanden? Vorgesehen war eine empirische Bestandsaufnahme, keine kritische Auseinandersetzung (für die wie sicher auch einige Gründe nennen könnten, die aber in diesem Fall nicht zur Debatte standen). Um so verblüffender war so manche Philippika, die die Kollegen sich anhören mußte. O Mann, o Mann – wer hat denn da so große Angst? Genügt das Stichwort „Frauenbeauftragte“, um einen Personalmanager aus der Fassung zu bringen? Ich hätte das glatt bestritten. Vor dieser Recherche. „Wollen Sie mich als Mann diskriminieren?“ reagierte ein Firmensprecher auf die eingangs zitierte Frage. Hier ist wohl ein grundlegendes Mißverständnis aufzuklären: Die Frauen wollen keineswegs den Männern ihre Jobs wegnehmen. Sie wollen nur ihre eigenen haben. Fifty-fifty. Deshalb ist auch der Begriff Gleichstellungsbeauftragte, vor allem in der Verwaltung gängig, treffender.
In der Wirtschaft sind sie seltene Erscheinungen und dann selbst in der Personalabteilung des eigenen Unternehmens oft unbekannte Wesen.
Kein Mensch würde bestreiten wollen, dass die Mädchen und Frauen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kräftig aufgeholt haben, zumal sie das „Tausendjährige Reich“ etwa um den gleichen Zeitraum zurückgeworfen hatte. Vor 30 Jahren war von fünf Studierenden eine weiblich. Heute steht es an den Hochschulen zwei (Studentinnen) zu drei (Studenten). Immerhin.
Leider hält die Situation im Beruf nicht, was die Situation in der Bildung verspricht. Mit steigender Qualität der Aufgaben verringert sich die Quantität der Frauen, denen sie übertragen werden. In den Spitzenpositionen von Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung sind die Frauen höchstens mit einem Prozentanteil vertreten, den man an einer Hand abzählen kann.
Warum dies so ist, erklärt im Special „Prof werden“ die Hochschulforscherin Prof. Dr. Ayla Neusel sehr anschaulich für den Wissenschaftsbereich. Der „Aufbruch zur weiblichen Elite“, wie ihre Analyse überschrieben ist, beginnt hoffnungsvoll – Frauen studieren schneller und mit besser Zensuren --, aber der weitere Aufstieg ist üblicherweise ein Balanceakt zwischen Beruf und Familie. Ayla Neusel: „Die Doppelbelastung der Wissenschaftlerin, die zugleich Ehefrau und Mutter ist, ist schließlich, wenn sie alle Probleme gemeistert hat und Professorin geworden ist, der Realzustand. Auch haftet dem Wissenschaftlerberuf das Image an, ein ‚Anderthalb-Personen-Beruf‘ zu sein. Der Mann in diesem Beruf hat die akademisch gebildete Partnerin im Hintergrund. Die Frau muß ihn allein ausüben und dabei die Rolle der halben Zuarbeiterin mit übernehmen“
Dies lässt sich von der Professorin wohl auch auf die Managerin übertragen. Persönliche Erfahrungen gibt eine Personalchefin aus Berlin in dem Beitrag „Eine Frauenkarriere“ weiter. Sie empfiehlt ihnen Geschlechtsgenossinnen, ihre beruflichen Ziele konsequent zu verfolgen und „sich nicht ständig die falschen Schuhe anzuziehen“. Einen einfachen, aber, wie sie meint, wirkungsvollen Rat, hat sie von einem Kollegen übernommen: „Servieren Sie nie Kaffee, wenn Sie irgendwo arbeiten. Und rühren Sie nie eine Schreibmaschine an.“
«UNI», 2002 № 7
Texterläuterungen
die Frauenbeauftragte, -n, -n – уполномоченный, доверенное лицо
etw. (A.) quittieren mit (D.) – отвечать (реагировать) с определенной реакцией
empirisch – опытный
zur Debatte stehen – явиться предметом обсуждения
verblüffend – ошеломляющий, потрясающий, удивительный
bestreiten (i, i) – оспаривать
glatt – полностью
die Recherche – поиски, розыски
die Rechercherin – следователь, детектив
j-m etw. wegnehmen – отнять у кого-либо, что-либо
der Job –s, -s – работа
aufholen – догонять, наверстывать
zurückwerfen um (auf) Akk. – отбросить назад
um Jahre – на годы
die Qualität – качество
die Quantität – количество
an einer Hand abzählen – пересчитать на пальцах
alle Probleme, Schwierigkeiten meisten (te, t) – преодолевать все проблемы, трудности
(D.) anhaften – быть присущим к-л, чему-л.
einen Beruf ausüben – работать по какой-либо профессии
die Rolle mitübernehmen – совместно принять на себя роль
sich übertragen auf A. – распространятся
Setzen Sie die fehlenden Präpositionen und Artikel ein:
Die Journalistin der UNI-Redaktion war auf der Suche … Frauenbeauftragten in der Wirtschaft.
Das bringt einen Personalmanager … … Fassung.
Die Frauen wollen keineswegs … Männern ihre Jobs wegnehmen.
Auch haftet … Wissenschaftlerberuf das Image an.
Der Mann … diesem Beruf hat die akademisch gebildete Partnerin … Hintergrund.
Sie hat wirkungsvollen Rat … … Kollegen übernommen.
Der Aufbruch … weiblichen Elite beginnt hoffnungsvoll.
Formen Sie die Sätze um:
Man antwortete auf diese Frage mit einem freundlichen Nein.
Die Journalistin der UNI-Redaktion suchte nach Frauenbeauftragten in der Wirtschaft.
Es gibt sicher einige Ursachen, die in diesem Fall das Thema einer Diskussion nicht sein können.
Genügt das Stichwort Frauenbeauftragte, zum einem Personalmanager auf die Nerven zu fallen (zu geben).
Die Frauen wollen keineswegs den Männern ihre Arbeit fortnehmen.
Kein Mensch würde abstreiten wollen, dass die Mädchen und Frauen in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts kräftig nachgeholt haben.
Mit zunehmender Qualität der Aufgaben wird weniger die Quantität der Aufgaben der Frauen, denen sie übertragen werden.
In den Spitzenpositionen von Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung sind die Frauen höchstens mit einem Prozentanteil vertreten, den man an den Fingern abzählen kann.
Finden Sie zu folgenden Wörtern Synonyme aus dem Text:
nachholen
Schwierigkeiten überwinden
im Beruf stehen
experimentell
überraschend (Überraschung erzeugend)
Erklären Sie die Wörter nach ihrer Bedeutung im Text:
die Frauenbeauftragte –
der Job –
zur Debatte stehen –
sich die falschen Schuhe anziehen –
Beantworten Sie die Fragen zum Text:
Auf welche Frage will die Journalistin der UNI-Redaktion die Antwort finden?
Was bringt ein Personalmanager aus der Fassung?
Wo ist der Begriff Gleichstellungsbeauftragte treffender und wo ist er eine seltene Erscheinung?
Wie hat sich heutzutage die Situation für die Frauen in der Bildung verändert?
Wir groß ist der Prozentanteil der Frauen in den Spitzenpositionen von Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung?
Welche Schwierigkeiten muss die Frau meistern, um Erfolg z.B. im Wissenschaftlerberuf zu haben?
Welche Rolle spielt die Frau als die akademisch gebildete Partnerin in der Zusammenarbeit mit einem Mann?
Was empfiehlt eine Personalchefin aus Berlin ihren Geschlechtsgenossinnen?
Erzählen Sie den Text nach ihrem Plan nach:
VII. Berichten Sie über die Rolle der Frauen in der modernen Gesellschaft. Eine Frauenkarriere oder ein Sprung ins kalte Wasser
Ihre Karriere als Managerin begann 1980 mit einem „Sprung ins kalte Wasser“, wie Juliane von Friesen es ausdrückt. Die damals Dreißigjährige hatte schon während ihres Jura-Studiums als wissenschaftliche Hilfskraft und danach als Assistentin gearbeitet, als sie sich an das Studium von Stellenanzeigen machte. Ausschlaggebend war die Erkenntnis, „mehr Pragmatikerin als Wissenschaftlerin“ zu sein. Zudem gab es da ihren fünfjährigen Sohn, für dessen Zukunft sie zu sorgen hatte. Eine Anzeige der Firma Otis in Berlin, eines Tochterunternehmens des gleichnamigen US-Konzerns, fiel ihr ins Auge. Der deutsche Markführer für Fahrtreppen und Aufzüge suchte eine Personalreferentin mit Organisationsaufgaben – was sie fast abgeschreckt hätte. „Das betriebliche Organisationswesen interessierte mich zumindest damals nicht besonders“, bekennt sie offen. Selbstbewußt brachte sie dies beim Bewerbungsgespräch zum Ausdruck. Mit Blick auf das Aufgabenspektrum einer Personalreferentin konnte sie auf ihre Spezialisierung im Studium, das Arbeitsrecht, verweisen. Dies war dann der Grund dafür, dass man sie unter 60 Mitbewerbern auswählte – das Unternehmen hatte damals keinen Juristen mit dieser Qualifikation. Juliane von Friesen vermutet aber, dass sie auch das Rennen machte, weil sie eine Frau war: „Mein Vorgänger hatte wohl einen ziemlichen Kasernenhofton darauf. Und da hat man sich gedacht: Versuchen wir es doch einmal mit einer Frau.“
Ihr familiärer Hintergrund und ihre schulische Ausbildung mögen ebenfalls in die Waagschale gefallen sein. Zwei Jahre nach der Geburt der Tochter Juliane zog die Familie von Berlin nach Franken. Der Vater unterrichtete dort an einer Akademie für Führungskräfte. Juliane von Friesen besuchte nach der Grundschule das Institut der Englischen Fräulein zu Bamberg. Die Enge des konfessionellen Mädchengymnasiums bedrückte sie so sehr, dass sie nach dem Abitur sofort in ihre Geburtsstadt Berlin ging. Die Ausbildung bei den Englischen Fräulein aber lobt sie sehr: „Man konnte sich sehr gut auf seine Leistungen konzentrieren. Das Selbstbewußtsein, ein Mädchen zu sein, wurde gefördert, und es gab keine Reibungsverluste geschlechtsbedingter Konkurrenzkämpfe mit den Jungen.“
Ihr Einstand bei Otis fiel ihr nicht gerade leicht. Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt musste das Unternehmen Personal abbauen. „Das war die schwierige Aufgabe aller meiner bisherigen Tätigkeiten – und das gleich zu Anfang“, erinnert sie sich.
Dann ging es aber bergauf bei Otis, und Juliane von Friesen bekam den Auftrag, eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung aufzubauen, die es bisher in dem zur Maschinenbaubranche gehörigen Unternehmen nicht gegeben hatte. Da konnte sie an ihre guten Verbindungen innerhalb der Berliner Hochschulen anknüpfen. Ihr kam zugute, dass sie während ihres Studiums kräftig über den Tellerand der Jurisprudenz hinausgeblickt hatte, zum Beispiel in Richtung Betriebswirtschaft. Kurz und knapp schildert die Managerin. Bis 1983 arbeitete sie, zunehmend selbständiger, im Bereich Personalwesen. Knapp ein Jahr nach ihrem Start verließ der Personalleiter das Unternehmen. Die Stelle blieb zunächst vakant. In der Folge wuchs Juliane von Friesen am Standort Berlin immer mehr Selbständigkeit und Verantwortung zu.
1983 bekam sie das Angebot, die Rechtsabteilung zu übernehmen, für die sie gelegentlich schon tätig geworden war. „Nur Recht, das war eigentlich nicht das, was ich wollte. Aber das wurde dann doch spannend“, bilanziert sie, ganz Pragmatikerin. „Ich saß auf einer Etage räumlich eng zusammen mit der Geschäftsführung, und da habe ich sehr viel von der Unternehmenspolitik mitbekommen und war auch an Entscheidungsprozessen beteiligt.“ Sie hat gelernt, daß das Geld bei den Aufzugs- und Fahrtreppenherstellern weniger beim Neubau als bei der Wartung und beim Service verdient wird. Die Konkurrenz bei diesen Dienstleistungen ist hoch, und Juliane von Friesens neue Aufgabe bestand unter anderen darin, den Wartungsvertragsbestand des Unternehmens zu sichern.
Spannung kam ins Routinegeschäft, als neun Otis-Frauen forderten, dass auch ihnen die im Berliner Mantel-Metalltarifvertrag für Männer vereinbarte „Ehefrauenzulage“ von zehn Mark pro Monat zustehen soll. „Bei Otis dachten alle, ich hätte das angezettelt“, schmunzelt die Juristin. Der Fall machte Rechtsgeschichte und sorgte für Presserummel. Juliane von Friesen vertrat ihr Unternehmen in diesem Rechtsstreit, der sich über die Instanzen bis vor das Bundesarbeitsgericht hinzog, wo die Ehefrauenzulage als verfassungswidrig erklärt wurde. „Rechtspolitik war der Fall hochinteressant“, meint Juliane von Friesen, „aber ich kriegte von allen Seiten „was aufs Dach“.
Ihrer Stellung bei Otis tat dies keinen Abbruch; 1990 wurde die Justitiarin dann schließlich zudem auch Personalchefin des Berliner Unternehmens. Parallel zu ihrer beruflichen Karriere arbeitete sie aktiv im Deutschen Juristinnenbund mit, dem sie seit 1983 angehört. 1985 wurde sie dort als Vorsitzende der Kommission für Arbeitsrecht und moderne Technologien gewählt, 1987 in den Vorstand des Verbandes. Zudem wurde sie Vorsitzende der Gleichstellungskommission, die sich für die Quotierung von Frauenarbeitsplätzen nicht nur im öffentlichen Dienst, sondern auch in der Wirtschaft und dort vor allem auch in den oberen Rängen einsetzt.
„Voraussetzung für die Durchsetzung der Quotierung ist, dass die Frauen den Willen zur Macht haben“, fordert sie. Und sie weiß auch, dass ihnen das insbesondere in Deutschland – anders als in anderen europäischen Ländern und den USA – immer hoch übel genommen wird. „Wenn in einer Familie beide Elternteile Karriere machen und sich die Kinder in der Schule schwertun, dann ist daran immer die Mutter schuld. Keiner überlegt, ob das etwa auch am Vater liegt, der zu wenig Zeit hat oder sich zu wenig Zeit nimmt. Und keiner kommt auf die Idee, dass es Schulversagen auch in traditionellen Familien mit der Mutter als Nur-Hausfrau gibt“, kritisiert sie. „Wenn ich beim Friseur die Regenbogenpresse lese, frage ich mich angesichts des dort propagierten Rollenverständnisses dann aber auch immer wieder: Wollen die Frauen das eigentlich, was ich da fordere?“
Sie zitiert den Rat eines Kollegen: „Servieren Sie nie Kaffee, wenn Sie irgendwo arbeiten. Und rühren Sie nie eine Schreibmaschine an.“ Sie hat den Rat befolgt. Sie vermutet, dass die jungen Frauen mit Aufstiegsambitionen es in Zukunft schwerer haben werden, als die der ersten Generation: „Die Männer haben inzwischen die Erfahrung gemacht, dass sie nicht nur mit ein paar ‚Ausreißerinnen‘, sondern mit ernsthafter Konkurrenz zu rechnen haben.“